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Motorrad-Ratgeber

Wie entlüfte ich Motorrad-Bremsen fachgerecht?

Bild graue Motorradbremse Die Entlüftung der Bremse kannst Du selbstredend auch vom Profi in einer Werkstatt durchführen lassen. (Einfach klicken zum Vergrößern)

Das Bremssystem ist eines der entscheidenden Sicherheitsfaktoren beim Motorradfahren. Die regelmäßige Wartung sorgt dafür, dass Defekten vorgebeugt wird. Motorrad Bremsen müssen ausreichend Kraft entwickeln, um das Bike in allen Situationen zuverlässig zum Stehen bringen zu können. Im Rahmen von regelmäßigen Überprüfungen kontrollierst Du, ob noch ausreichend Bremsflüssigkeit vorhanden ist. Alle 12 bis 24 Monate solltest Du die Bremsflüssigkeit austauschen. Im Anschluss müssen die Bremsen entlüftet werden. Wir erklären Dir, welche Schritte hierfür notwendig sind und wie Du am besten vorgehst.

Warum müssen die Bremsen entlüftet werden?

Durch das Wechseln der Bremsflüssigkeit entstehen Luftblasen in der Anlage, die sich festsetzen. Verbleiben die Luftblasen in der Bremsanlage, dann besteht ein Sicherheitsrisiko. Die Bremsen entfalten nicht mehr ihre volle Kraft, da die Luft in den Schläuchen zirkuliert. Die Entlüftung stellt sicher, dass die Luftblasen entweichen können und die Sicherheit wieder hergestellt ist. Die Ausführung ist verhältnismäßig einfach. Du benötigst lediglich folgende Utensilien:

  • Auffangbehälter
  • Schraubenschlüssel (für das Lösen der Mutter des Entlüftungsventils)
  • Ablassschlauch

Eine Anleitung für das Wechseln der Bremsflüssigkeit und das Entlüften der Bremsen

  1. Decke lackierte Bauteile vor Beginn der Arbeiten ab. Die Bremsflüssigkeit kann den Lack beschädigen.
  2. Befülle den Bremsflüssigkeitsbehälter bis zur maximalen Grenze. Beachte hierbei die Anweisungen des Herstellers.
  3. Befestige den Ablassschlauch am Ventil (dem unteren Ende). Führe die andere Seite des Schlauchs in den Ablassbehälter.
  4. Ziehe mehrmals hintereinander am Bremshebel. In der Bremsanlage baut sich nun Druck auf. Fünf bis sieben Züge sind in der Regel ausreichend.
  5. Ziehe den Bremshebel bis zum Anschlag. Das Ablassventil sollte leicht geöffnet werden.
  6. Die Bremsflüssigkeit läuft nun in den Ablassbehälter. Luft entweicht ebenfalls aus der Anlage.
  7. Sobald der Druck nachlässt, schließt Du das Ventil und füllst Bremsflüssigkeit nach.
  8. Wiederhole die letzten beiden Schritte solange, bis nur noch Bremsflüssigkeit und keine Luft mehr entweicht. In der Bremsflüssigkeit dürfen keine Luftblasen enthalten sein.

Tipps für die Ausführung der Arbeiten

Bild Schutzbrille für Arbeiter Bei dem Wechseln der Bremsflüssigkeit sollte immer eine Schutzbrille und Schutzhandschuhe getragen werden.

Wenn Du die Bremsflüssigkeit wechselst und die Bremsen entlüftest, ist es von Vorteil, Dir von einer zweiten Person helfen zu lassen. Vier Hände können hilfreich sein und Ihr vermeidet, dass Bremsflüssigkeit auf den Boden tropft. Sind alle Arbeiten abgeschlossen, dann musst Du die Bremsen austesten. Fahre vorsichtig auf einem freien Platz und bremse zunächst aus geringer Geschwindigkeit ab. Führe einige Bremsvorgänge aus, damit die Bremsen ihre maximale Kraft entwickeln können. Bremsflüssigkeit ist nicht nur für den Lack schädlich, sondern reizt zudem auch die Augen und die Haut. Wer Bremsflüssigkeit wechseln möchte, der sollte auf Schutzkleidung achten. Eine Schutzbrille und Schutzhandschuhe verhindern den direkten Kontakt. Gelangt trotz entsprechender Vorsichtsmaßnahmen Bremsflüssigkeit auf die Reifen, Kunststoffteile oder den Lack, dann musst Du die Stellen sofort mit reichlich Wasser säubern. Alte Bremsflüssigkeit muss fachgerecht entsorgt werden.

Nach dem Entlüften: Welche Arbeiten müssen noch ausgeführt werden?

Wer die Bremsflüssigkeit wechseln möchte, der achtet auf die Sicherheit seines Motorrads. Im Rahmen von regelmäßigen Kontrollen müssen zudem alle Flüssigkeitsstände, beispielsweise der Ölstand, überprüft werden. Führe zudem einen Check der Elektrik durch, kontrolliere die Funktionsfähigkeit der Batterie und achte auf eventuelle Rostbildung am Bike. Ein wichtiger Punkt in Bezug auf das Bremsverhalten und die Fahrstabilität ist die Bereifung. Die Profiltiefe der Motorradreifen muss mindestens 1,6 Millimeter betragen. Der erforderliche Reifendruck hängt von den Angaben in den Fahrzeugunterlagen ab. Es ist wichtig, dass er sich im empfohlenen Bereich bewegt, damit das Motorrad sicher auf der Straße fährt und die Bodenhaftung optimiert wird. Ein falscher Reifendruck kann den Bremsweg erhöhen.

Scheibenbremsen und Trommelbremsen

Bild Scheibenbremse an der gearbeitet wird Scheibenbremsen besitzen einen höheren Wirkungsgrad im Vergleich zu Trommelbremsen.

Scheibenbremsen sind mit einer Radnabe verbunden. Auf dem Bremsträger ist der Bremssattel befestigt. Durch die Reibung der Bremsbeläge wird das Rad abgebremst und das Fahrzeug kommt zum Stehen. Im Falle einer Trommelbremse wirken die Bremsbeläge auf die Trommel. Moderne Motorräder sind vorwiegend mit Scheibenbremsen ausgestattet. Sie verfügen im Vergleich zu Trommelbremsen über einen besseren Wirkungsgrad. Trommelbremsen kommen beispielsweise bei Leichtkrafträdern als Hinterradbremse zum Einsatz. Sie werden zudem bei Kleinkrafträdern und Mofas eingesetzt. Bei den Motorradbremsen handelt es sich um Zwei- oder Mehrkreis-Scheibenbremsanlagen, wobei ein ABS integriert sein kann. Am Vorderrad sind meistens zwei Bremsscheiben vorhanden, am Hinterrad wird nur eine Bremsscheibe genutzt, sie liegt dem Antrieb gegenüber. Einer der großen Vorteile der Scheibenbremse ist die verbesserte Spurhaltung beim Bremsvorgang. Der Vorteil der Trommelbremsen ist der günstigere Preis, was sich zudem in niedrigen Reparaturkosten äußert. Trommelbremsen sind außerdem weniger anfällig für Schmutz oder Korrosion durch Feuchtigkeit.

Die Auswahl der Bremsflüssigkeit für das Motorrad

Bremsflüssigkeiten werden in hydraulischen Übertragungseinrichtungen von Kupplungen und Bremsen eingesetzt. Moderne Ausführungen bestehen auf einer Polyglykol-Basis. In der Vergangenheit wurden bei einigen Fahrzeugmodellen Hydraulikflüssigkeiten auf Mineralölbasis genutzt. Um Verwechslungen zu vermeiden und gleichzeitig die Leistung zu verbessern, hat sich die Zusammensetzung verändert. Zu den Hauptbestandteilen der Flüssigkeit gehören vor allem Polyglykolverbindungen, zusätzlich werden Korrosionsschutzmittel und weitere Zusätze genutzt. Beim Kauf musst Du in jedem Fall aus die Eignung für Motorräder achten, da unterschiedliche Produktgruppen angeboten werden. So können beispielsweise bei Varianten für Fahrräder Silikonflüssigkeiten enthalten sein. Die notwendigen Spezifikationen findest Du in den Fahrzeugunterlagen.

Die verschiedenen Klassen von Bremsflüssigkeiten

Bild Flasche mit Bremsflüssigkeit neben einer Scheibenbremse Es gibt drei verschiedene Klassen von Bremsflüssigkeiten.

Das DOT (United States Department of Transportation) beschreibt die drei verschiedenen Klassen von Bremsflüssigkeiten inklusive der jeweiligen Minimalanforderungen. Die Unterschiede zwischen DOT 3, DOT 4 und DOT 5 liegen in der Siedetemperatur, dem Nasssiedepunkt, der Viskosität und der Kälteviskosität. Allen Klassen gemeinsam sind die hygroskopischen Eigenschaften. Hierbei handelt es sich um das Vermögen der Flüssigkeit, Wasser aufzunehmen. Was sich zunächst einmal wie ein Nachteil anhört, kann wichtige Vorteile beinhalten. Würde Wasser in der Anlage in Tropfenform vorliegen, dann würde die Gefahr von Korrosion steigen. Da die Bremsflüssigkeit das Wasser vollständig löst und aufnimmt, wird die Tropfenbildung vermieden.

Eine weitere Gefahr von Wassertropfen ist in der Eigenschaft begründet, bei rund 100 Grad Celsius zu verdampfen. Es bilden sich Dampfblasen, welche zum sofortigen Totalausfall der Bremsanlage führen können. Aber auch bei niedrigen Temperaturen beziehungsweise beim Stand des Motorrades gilt es, die Bildung von Wassertropfen zu vermeiden. Unterhalb des Gefrierpunktes erstarren die Tropfen zu Eis, wodurch sich ihr Volumen erhöht. In Folge des steigenden Drucks könnten die Bremsleitungen beschädigt werden. An diesen Eigenschaften ist zu erkennen, wie wichtig die Siedepunkte der Bremsflüssigkeit sind. DOT 3 beispielsweise weist einen Siedepunkt von mindestens 205 Grad Celsius auf, DOT 5 hat einen Siedepunkt von mehr als 260 Grad Celsius. In der folgenden Übersicht sind die Nasssiedepunkte der Bremsflüssigkeiten ersichtlich:

  • DOT 3 > 140
  • DOT 4 > 150
  • DOT 4 LV > 165
  • DOT 5 > 180

Der Wasseranteil sollte generell unter 3 Prozent liegen. Ist er zu hoch, kann die Bremsanlage aufgrund dessen ausfallen. Sobald der Siedepunkt erreicht ist und Du die Bremspedal kurz loslässt, können sich Dampfblasen bilden. Die Blasen drücken die Bremsflüssigkeit zurück in den Ausgleichsbehälter. Betätigst Du nun erneut die Bremse, dann wird die Dampfblase komprimiert, eine Bremswirkung setzt jedoch noch nicht ein. Der Bremsdruck setzt erst zeitverzögert ein oder bleibt komplett aus. Besonders gefährlich ist das auch vom Autofahren bekannte starke "Durchfallen" des Bremspedals, wobei das Bremspedal im schlimmsten Fall komplett bis zum Bodenblech durchgetreten werden kann. Erste Hilfe im Notfall bietet das schnelle und wiederholte Betätigen der Bremse. Du kannst dadurch oftmals die Bremswirkung in Teilen wieder herstellen. Die Gefährlichkeit dieser Situation kann jedoch nur abgeschwächt werden.

Wie finde ich die passende Bremsflüssigkeit?

Die Fahrzeughersteller geben an, welche Bremsflüssigkeit für das Motorrad benötigt wird. Das Mischen von verschiedenen Produktklassen sollte vermieden werden, auch wenn dies in der Praxis vorgenommen wird. Einige Bremsflüssigkeiten sind nicht mischbar. Werden sie trotzdem versehentlich miteinander gemischt, dann musst Du unverzüglich einen Wechsel der Bremsflüssigkeit sowie eine anschließende Entlüftung vornehmen. Bremsflüssigkeiten aus dem Motorsport sind für den Freizeitbereich nicht geeignet. Sie weisen zwar eine hohe Leistung auf, verfügen jedoch nur über eine geringe Nutzungsdauer. Im Falle von Motorradrennen werden die Flüssigkeiten nach jedem Rennen gewechselt, was beim Fahren auf der Straße nicht der Fall ist.

 

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Bild 1: © markt.de
Bild 2: © Pixabay.com/nickfrom
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